Unser Konzept für die Pflege und Betreuung dementer Menschen

Im Seniorenquartier Lübbecke betreuen wir Bewohner mit unterschiedlichsten Erkrankungsbildern. Auch das Krankheitsbild der Demenz kann ausschlaggebend für die Entscheidung sein, in eine Pflegeeinrichtung zu ziehen. Die Zahl Demenzerkrankter nimmt stetig zu. Die Entwicklung einer Demenzerkrankung ist dabei meist ein schleichender Prozess, der Verlauf stets individuell und nicht vorhersehbar. Genau dies beherzigen wir im Seniorenquartier Lübbecke durch unser integriertes Konzept:

Anerkennung

So bunt wie das Leben ist, so sind auch wir: Bewohner mit unterschiedlichsten Geschichten und Erkrankungsbildern leben in unserem Seniorenquartier. Für Menschen mit Demenz bedeutet dies, am ganz normalen Leben weiter teilhaben zu können und wertvoll für unsere Gemeinschaft zu sein. Oft sind Menschen mit Demenz die besten Geschichtenerzähler, leidenschaftlichsten Sänger und haben zu jeder Situation das passende Sprichwort. Dies rücken wir in den Mittelpunkt unseres Handelns, und so erfahren auch Menschen mit Demenz Anerkennung von anderen Bewohnern und Gästen des Hauses.

Essen hält Leib und Seele zusammen

Je weiter die Demenzerkrankung fortschreitet, desto mehr Struktur ist erforderlich. Den Rahmen des Tages bilden unsere Mahlzeiten. Dabei geht es uns um eine Orientierung für den Dementen, nicht aber um ein Korsett: Der Geschmackssinn entwickelt sich mehr in die Richtung „süß“ – also darf gerne auch etwas Zucker auf das Schnitzel. Die Kartoffel schmeckt besser aus der Hand als von der Gabel - warum nicht? Bewohnern mit starkem Laufdrang bieten wir im Gehen Kleinigkeiten an, die nebenher verspeist werden können. Mit hochkalorischen, leckeren Milchshakes, die als Zwischenmahlzeit gereicht werden, wirken wir dem hohen Kalorienverbrauch vieler Dementer bei Bedarf entgegen.

Gemeinsam im Alltag

Nicht nur die Mahlzeiten selbst verbinden, sondern auch die Vorbereitungen hierzu. Denn dies kennt fast jede Seniorin aus ihrer Vergangenheit: Kartoffeln schnippeln, Möhren schälen und Erbsenschoten putzen – im besten Fall später mit etwas Petersilie aus dem mobilen Hochbeet bestreut. Wenngleich wir die Speisen in unserer Großküche täglich frisch zubereiten, dürfen die Erfahrungsschätze unserer Bewohner nicht fehlen, und so bieten wir fast täglich „Schnippelrunden“ an. Auch andere Alltagsaufgaben wie Blumen gießen oder die Terrasse fegen erledigen wir gemeinsam mit unseren Bewohnern.

Rückzug und Freiraum

Damit das integrierte Konzept funktioniert, sind Rückzugsmöglichkeiten für alle Bewohner nötig. Im Seniorenquartier stehen daher verschiedene größere und kleinere Räumlichkeiten zur Verfügung. In der kleineren Wohnküche werden äußere Reize bewusst minimiert und gelenkt, um so dem Bedürfnis stärkerer Ruhephasen und Sicherheit entgegen kommen zu können. Andererseits haben Bewohner, die Freiraum benötigen und einen starken Laufdrang haben, die Möglichkeit sich im gesamten Haus und im Innenhof unbeschwert zu bewegen. Der Bewohner trägt hierfür ein Funkarmband – erst wenn er das Gelände verlässt, erhalten unsere Pflegekräfte ein Signal aufs Telefon und können den Bewohner ein Stück auf seinem Weg oder zurück ins Haus begleiten. Durch diese Möglichkeit verliert sich oftmals der vermeintliche Wunsch, „das Haus zu verlassen“; Aggressionen und Unruhe nehmen ab, Medikamente können reduziert oder ganz vermieden werden. Freiraum und Sicherheit werden so bestmöglich vereint.

Das persönliche Gespräch

Im Falle einer Demenzerkrankung steht für uns vor Aufnahme das persönliche Gespräch im Vordergrund: Was braucht der Demenzerkrankte? Was können wir als Einrichtung leisten? Welche Anknüpfungspunkte gibt es in seiner Biographie? Lassen Sie uns gemeinsam darüber sprechen. Nehmen Sie gerne direkt Kontakt zu uns auf.